Kurze Inhaltsangabe:
Im
Jahr 1997 feiert das Hilfswerk 'Kirche In Not/Ostpriesterhilfe' sein 50jähriges
Bestehen. Aus diesem Anlaß berichtet der Film von Hans S. Lampe
über das Lebenswerk des Pater Werenfried van Straaten - besser bekannt
als der 'Speckpater'. Pater Werenfried erzählt u.a. selbst von der
Geschichte des Hilfswerkes, das 1947 entstand, bis in die Gegenwart.
Aufnahmen in Rußland und in der Zentrale in Königstein verdeutlichen
das neue Verständnis der Spendenverteiler, die sich ursprünglich
etabliert hatten, um den verhungernden Nachkriegsdeutschen und Vertriebenen
mit Essen, Kleidung und 'geistiger Nahrung' zu helfen. Jetzt gilt es,
der von Armut bedrohten Kirche in der III.Welt, Lateinamerika, Rußland
und China mit finanzieller und seelsorgerischer Unterstützung zu
helfen.
Pater Werenfried van Straaten ist tot.
Königstein,
31.01.2003.
"Der Mensch ist besser als wir denken" war eine der Grundüberzeugungen,
die das Leben des Prämonstratensers. Werenfried van Straaten prägten.
Was er damit meinte, machte er seinen Mitmenschen selbst vor: Als katholischer
Priester und Ordensmann widmete er sein Leben der Unterstützung
bedrohter und verfolgter Christen. Heute, am 31.01.2003, verstarb der
Gründer und langjährige Leiter des internationalen Hilfswerks
"Kirche in Not/Ostpriesterhilfe", im Alter von 90 Jahren um
9.40 Uhr im Krankenhaus von Bad Soden, wie die Zentrale des Hilfswerks
in Königstein mitteilte. Die Hilfsorganisation gilt als sein Lebenswerk.
Werenfried van Straatens
charismatisches Auftreten und sein glaubwürdiges Engagement weckten
nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs die Hilfsbereitschaft
von Millionen. Inspiriert vom Gebot christlicher Nächstenliebe
brachte der Geistliche - am 17. Januar 1913 im niederländischen
Mijdrecht als zweiter Sohn eines Lehrers geboren - nach dem Zweiten
Weltkrieg etwas in Gang, was damals niemand für möglich hielt.
Die Bauern seiner Wahlheimat Flandern rief er auf, deutschen Heimatvertriebenen
mit Lebensmittelspenden zu helfen. Seine Aufforderung löste wider
Erwarten eine Welle der Hilfsbereitschaft aus. Der Einsatz für
die ehemaligen Feinde bescherte ihm einen neuen Namen: "Speckpater"
nannten ihn seitdem respektvoll Spender und Notleidende, denen seine
Arbeit zugute kam.
Aus der Aktion entstand 1947
die "Ostpriesterhilfe", später dann "Kirche in Not/Ostpriesterhilfe".
Ab 1951 rollten die bekannten "Kapellenwagen" - zu mobilen
Kirchen umgerüstete Lastwagen - durch die deutschen Diasporagebiete.
Ein Jahr später begann die Unterstützung für Osteuropa,
in den sechziger Jahren wurde die Hilfe auf Lateinamerika, Afrika und
Asien ausgeweitet. Die Beschaffung der Mittel erfolgte ausschließlich
durch Predigten und Vorträge des "Speckpaters" sowie
die hauseigene Zeitschrift "Echo der Liebe". Bis ins hohe
Alter zog der wortgewandte Geistliche Zuhörer rund um den Globus
in seinen Bann und rief eine Welle der Spendenbereitschaft zugunsten
notleidender Christen hervor. Weltweit fördern heute etwa 700.000
Spender das Hilfswerk. Van Straatens "Millionenhut", mit dem
er um Spenden bat, wurde weltberühmt.
Heute unterstützt "Kirche
in Not/Ostpriesterhilfe" bedrohte und verfolgte Christen in mehr
als 140 Ländern auf allen Kontinenten der Erde. Seit dem Fall des
Eisernen Vorhangs nutzt das Hilfswerk die wiedergewonnene Freiheit,
sich beim Ausbau kirchlicher Strukturen in Osteuropa und Mittelasien
zu beteiligen. Skeptiker vermuteten in der hohen Meinung vom Menschen
und im schier grenzenlosen Optimismus des "Speckpaters" immer
wieder Blauäugigkeit. Seine Antwort war stets eindeutig: "Wir
dürfen uns nicht auf Unmenschlichkeit, Mord und Hass fixieren.
Die Menschen sind zu wirklichen Opfern bereit, wenn wir den Mut haben,
sie von ihnen zu verlangen." Manchen gilt sein Wirken - gemessen
an weltlichen Wertmaßstäben - als ein Rätsel. Sein Leben
zeigt, dass christlicher Glaube auch heute noch Berge versetzen, in
scheinbar aussichtsloser Lage den Teufelskreis von Hass durchbrechen,
Zeichen der Hoffnung setzen und unter verfeindeten Menschen Versöhnung
und Frieden stiften kann. "Kiche in Not/Ostpriesterhilfe"
fühlt sich auch in Zukunft dem Grundanliegen ihres Gründers
verpflichtet, weltweit verfolgten und bedrohten Christen zur Seite zu
stehen.
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